Ein paar Ideen...

Hier finden Sie einige Reisetipps, die ich vor noch nicht allzu langer Zeit persönlich ausprobiert habe. Einzelne wurden mir auch von Freunden empfohlen. Die wichtigsten touristisch interessanten Städte fehlen allerdings, da man diese kaum mit wenigen Sätzen beschreiben kann. Selbstverständlich verkaufe ich aber auch dorthin Tickets und gebe gerne Auskunft. Zum Beispiel kann es sich lohnen, sich bereits vor der Reise mit U-Bahn-Karten zu befassen.

Zur Abwechslung besuche ich gerne mal eine ganz gewöhnliche Kleinstadt, einige davon werde ich kurz erwähnen.

 

Schweiz

Braunwald

Womit beginnt man die «Reisetipps Schweiz», ohne jemandem auf die Füsse zu treten? Wir sprechen immerhin von einem Land, das die Aufzählung der Kantonsnamen in der Verfassung regelt!

Vielleicht mit einem bei uns im Seeland kaum bekannten Unikum: Braunwald ist ein Dorf im Kanton Glarus, das auf Alphöhe liegt und nur mit einer Standseilbahn (oder zu Fuss) erreichbar ist. Und doch ein richtiges Dorf ist, mit allem, was dazu gehört. Im Sommer ist es ein stiller Fleck und eine schöne Wanderregion, im Winter ein mittelgrosses, nicht allzu überlaufenes Skigebiet.

Leukerbad

Vielleicht die vielseitigste Bergdestination der Schweiz. Im Winter gibt es ein kleines Skigebiet im Ort und ein grosses auf dem Berg, im Sommer spannende Wanderwege. Der bekannteste ist die Gemmiwanderung nach Kandersteg. Leukerbad hebt sich aber vor allem mit seinem Schlechtwetterprogramm von anderen ab. Das Freizeitangebot unter Dach ist überdurchschnittlich. Unter anderem gibt es mehrere Thermalbäder, vom Familien-Spassbad bis zur Ruheoase.

Olten muss hier unbedingt erwähnt werden, weil man mit Olten viele negativen Vorurteile verbindet. Vom Zug aus sieht man vor allem nicht mehr ganz frische Fassaden, viel Industrie und ein dampfendes Atomkraftwerk. Olten hat aber auch eine gedeckte Holzbrücke über die Aare und gleich anschliessend eine winzige, aber wirklich sehr nette Altstadt.

Solothurn

Solothurn gefällt mir auch sehr. Die Innenstadt ist touristisch interessant und gepflegt, aber auf einem Niveau, das noch ein städtisches Eigenleben zulässt. Solothurn ist kein Museum und das spürt man. Und wenn einen das Mittelland manchmal wie eine verstreute Grossstadt vorkommt, könnte Solothurn das Zentrum sein. Vor langer Zeit war es das auch.

Schaffhausen und der Rheinfall

Den Rheinfall kennt man. Neu ist vor allem, dass es jetzt endlich einen brauchbaren Bahnhof (im Sinne von nah und kinderwagengängig) gleich über dem Rheinfallbecken gibt. Und einen Seilpark durch Baumwipfel mit Rheinfallblick.

Wer neben dem Rheinfall noch mehr sehen möchte, sollte die Stadt Schaffhausen besuchen. Die grosse Altstadt beginnt gleich beim Schaffhauser Bahnhof und führt sanft abwärts bis zum Rhein. Nur zum Munot (freier Eintritt) muss man dann wieder einige Treppenstufen bewältigen. In Schaffhausen reicht eigentlich schon eine halbe Stunde flanieren, um die Stimmung einzufangen. Mit Aussicht geniessen auf dem Munot, Mittagessen und sünnele am Rheinufer sollte man sich ein paar Stunden Zeit nehmen. Die Region Schaffhausen bietet vor allem Sommerprogramm aus Baden, Wandern oder Velofahren. Sie hat, gemessen an der Einwohnerzahl, aber auch eine anständige Schlechtwetter-Infrastruktur.

La Chaux-de-Fonds und die Jurarundfahrt

Die grösste Stadt des Kantons Neuenburg wurde nach einem Grossbrand rechtwinklig neu aufgebaut. Vor allem deswegen ist La Chaux-de-Fonds so ganz anders als die üblichen mittelalterlichen Schweizer Innenstadtkerne. Vielleicht auch wegen der Höhenlage, die der Stadt im Winter oft Unmengen Schnee beschert. La Chaux-de-Fonds ist ideal für einen Tagesausflug mit Mittagessen in einem der vielen netten Restaurants oder Cafés oder im Migros unter der Glaskuppel. Danach kann man mit der Jurabahn (CJ) Richtung Glovelier bummeln, unterwegs aussteigen, zur nächsten Bahnhaltestelle wandern, mit dem nächsten Zug weiterbummeln. Von Glovelier gelangt man über Delémont-Biel wieder zurück.

Asphaltmine La Presta

Im Val de Travers kann man während einer eineinhalbstündigen Führung entdecken, was Asphalt eigentlich ist, wie man ihn früher gefördert und verarbeitet hat, wie es in einem unterirdischen Stollen aussieht und – wenn die Gruppe mitmacht – wie sich zehn Sekunden totaler Dunkelheit und völliger Stille anfühlen.

Die Mine hat einen eigenen Bahnhof.

Verkehrshaus Luzern

Ich war schon ein paar Mal im Verkehrshaus und entdecke immer wieder etwas Neues. Ein grosses und vielseitiges Museum über alle erdenklichen Verkehrsmittel, die irgendeinen Bezug zur Schweiz haben. Das Verkehrshaus ist natürlich verkehrstechnisch erstklassig erschlossen mit Bus, Schiff und eigenem Bahnhof.

Schoggifabriken

Die Schokoladefabrikanten Cailler, Camille Bloch und Frey bieten in Broc, Courtelary und Buchs AG einen Einblick in ihre Welt. Bei Cailler wird in erster Linie die Geschichte des Kakaos beleuchtet, bei Camille Bloch die Firmengeschichte und die Entstehung von «Ragusa». Die Produktionsanlagen sieht man, aus hygienischen Gründen, mehrheitlich nur von weitem, kann aber einen einzelnen Produktionsschritt auch von nah sehen. Teils sind ermässigte Kombitickets erhältlich.

Deutschland

Freiburg, Titisee, Feldberg

Freiburg im Breisgau ist geschichtlich gesehen mit Freiburg/Fribourg verwandt. Wieviel die Städte noch gemeinsam haben, muss man selbst entdecken. Das deutsche Freiburg verfügt über eine sehr schöne Altstadt, die zum Flanieren, Essen und Shoppen einlädt. Freiburg besitzt auch noch eine Markthalle, von der man in Bern leider nur träumen kann. Wer nach dem Brunch am Bach namens Dreisam noch etwas Abwechslung sucht, kann mit der Seilbahn auf den Ausflugsberg Schauinsland fahren (mit Tram und Bus zur Talstation).

 

Nach einer kurzweiligen Bahnfahrt durch enge Schluchten erreicht man den Titisee im Schwarzwald. Hier erlebt man die typische Schwarzwaldidylle: Der schmucke Ort am See ist zwar touristisch stark genutzt, aber dennoch authentisch. Auf dem See kann man Rundfahrten mit einem elektrischen Schiff machen oder mit dem Pedalo selbst treten. Ein paar Stunden gehen so wie im Flug vorbei. Tipp: In Titisee übernachten, abends wird es ruhiger im Ort.

 

Der Feldberg thront über dem Titisee – es bietet sich an, mit dem Bus hochzufahren. Ganz hoch zum Top of Schwarzwald gibt es sogar einen Sessellift, im Winter ist hier ein beliebtes Skigebiet. Im Sommer kann man wandern oder zumindest über den ganzen Schwarzwald blicken. Busse fahren auch in Richtung Basel (Bahnhof Zell im Wiesental).

Lindau

Lindau liegt am Bodensee zwischen Bregenz und Friedrichshafen, also zwischen Österreich und Baden-Württemberg, gehört aber schon zu Bayern. Also schon kulturell eine interessante Ausgangslage. Die bekommt man vor allem beim Essen mit: Es gibt sonst nirgends am Bodensee frische Weisswürste und Münchner Bier. Die Altstadt liegt auf einer Insel im See, besitzt eine stolze Hafenpromenade sowie eine breite und viele enge Altstadtgassen.

Lindau erreicht man am bequemsten mit einem der direkten Züge ab Zürich (Linie Zürich-München), der Hauptbahnhof liegt auf der Altstadtinsel. Interessant ist aber auch die Bahnfahrt rund um den Bodensee, wobei man je nach Route auch in Friedrichshafen, Überlingen, Radolfzell oder Konstanz vorbeikommt.

Insel Mainau

Die Mainau im Bodensee ist mehr als nur «Blumeninsel»: ein langer Spaziergang am Ufer des Sees, ein riesiger Park mit alten Bäumen, ein Ausblick wie am Mittelmeer, ein Streichelzoo, gut essen und trinken in der «Schwedenschenke», ein Schloss mit Kirche, ein Palmenhaus, ein Erlebnisspielplatz, der seinen Namen verdient, und ja, je nach Jahreszeit auch viele bunte Blumen. Vom Bahnhof Konstanz fährt der Stadtbus bis vors Eingangstor. Wer Zeit hat, kann auch mit dem Schiff zur Mainau fahren.

Stuttgart

Von den mondänen Weltstädten Hamburg, Berlin oder Frankfurt aus betrachtet sieht Stuttgart klein aus und provinziell - ist es aber nicht. Wirtschaftlich gesehen muss Stuttgart keinen Vergleich scheuen, Baden-Württemberg funktioniert. Und von der Schweiz aus gesehen gilt Stuttgart ohnehin als Grossstadt mit tollem Shopping- und Kulturangebot. Überdies kochen und essen die Schwaben gern und gut. Es gibt grosse Volksfeste wie den Cannstatter Wasen und einen grossen Weihnachtsmarkt, einen Fernsehturm mit Restaurant und die Wilhelma, eine Mischung aus botanischem Garten und Zoo. Wird garantiert nicht langweilig!

Die schwäbische Metropole ist am einfachsten erreichbar mit den Intercitys, die alle zwei Stunden ab Zürich fahren. Dazwischen gibt es Regio-Express-Züge mit Umsteigen in Singen.

Ludwigsburg

Mit Stuttgart praktisch zusammengewachsen und doch eine Stadt mit Eigenleben: Ludwigsburg sieht etwa so aus, wie die Hamburger sich Stuttgart vorstellen, kleinstädtisch, beschaulich und etwas provinziell. Aber auch hier kann man ein paar Stunden oder ein Wochenende verbringen. Neben der kleinen Innenstadt findet man ein Schloss mit grossem Park und Nostalgie-Märchengarten.

Zwischen Stuttgart und Ludwigsburg fahren regelmässig Regionalzüge und die S-Bahn.

Ravensburg und Ravensburger Spieleland

Die Stadt Ravensburg würde man wohl nicht einfach aus einer Laune heraus besuchen, obwohl sie nett und lebendig ist. Aber gerade in Kombination mit dem Ravensburger Spieleland ist sie der Geheimtipp schlechthin. Manche Hotels haben sich auf familienfreundlich getrimmt und/oder bieten Packages mit Übernachtung und Eintritt an.

Nach Ravensburg fährt die Deutsche Bahn direkt ab Basel Bad. Bahnhof und Schaffhausen (alle zwei Stunden). Nicht bequemer, aber interessanter ist die Fahrt über Romanshorn und Friedrichshafen mit der Bodensee-Autofähre. In Ravensburg liegt der Bahnhof etwa fünf Minuten von der Innenstadt entfernt. Vom Bahnhof fahren regelmässig Busse zum Spieleland; die Haltestelle dort liegt an der Hauptstrasse, gut 10 Minuten vom Eingang entfernt. Es gibt auch einzelne Busverbindungen ab Friedrichshafen zum Spieleland.

Regensburg

Wo der Fluss namens Regen in die Donau fliesst, liegt Regensburg; über Stuttgart-Nürnberg oder München erreichbar und zugegebenermassen nicht die einfachste aller Bahnreisen. Doch wer sie auf sich nehmen mag, vielleicht auch Zwischenstopps einlegt oder Regensburg als Zwischenstopp nach Prag wählt, wird von der Stadt überrascht sein. Die Altstadt mit dem imposanten Dom ist erstaunlich gross und gut erhalten, schmale Gassen und grosse Plätze wechseln sich ab.

Spreewald und Tropical Islands

Zuerst der Spreewald: In der Mitte Ostdeutschlands verirrt sich die Spree (der Fluss, der auch durch Berlin fliesst) über hunderte von «Fliessen», also natürlichen Kanälen, in einem weiten Naturreservat. Durch diese Fliessen kann man sich mit einem Kahn fahren lassen, einem Fährboot mit Muskelkraftantrieb. Oder selbst rudern mit einem gemieteten Kanu. Genauso spannend wie erholsam. Die Region bietet gute touristische Infrastruktur.

 

Was aber tut man in einem solchen Gebiet bei schlechtem Wetter oder im Winter? Man besucht die Tropeninsel! In einer riesigen Halle befindet sich ein Erlebnisbad mit Übernachtungsmöglichkeiten direkt in der Badehalle. Wie in der Südsee, einfach ohne Mücken. Dafür mit gutem Bahnanschluss (gratis Shuttlebus vom Bahnhof).

 

Am dritten Regentag des Spreewald-Urlaubs kann man in nur einer Zugstunde Berlin erreichen.

Auch empfehlenswert: Konstanz, Ulm, Nürnberg, Erfurt, Gera, Dresden, und natürlich Berlin.

Frankreich

Besançon

Nach Besançon fährt ein TGV ab Basel/Mulhouse. Interessanter finde ich aber, von La Chaux-de-Fonds aus mit dem direkten RegioExpress zu fahren. In zwei Stunden fährt man ein paarmal dem französisch-schweizerischen Fluss Doubs entlang, vor allem aber einmal quer über den Jura, vom Seeland in die Freigrafschaft Burgund (Franche-Comté). Besançon ist eine alte Stadt mit Bauwerken aus der Römerzeit und von Vauban (eine gut erhaltene Festung, die man besichtigen kann, Eintritt). Die Fahrt mit dem französischen Dieselzug über die ausgesprochene Nebenlinie ist auch für Bahnfans spannend.

Belfort

2018 wurde die Bahnstrecke Delle - Belfort wiedereröffnet. Zurzeit gibt es direkte Züge von Biel, Moutier, Delémont nach Meroux. Meroux selbst ist winzig, liegt aber direkt beim TGV-Bahnhof Belfort-Montbéliard. Von hier fahren TGVs nach Südfrankreich und Luxemburg. In Meroux kann man aber auch in den französischen Regio nach Belfort umsteigen und eine Stadt kennenlernen, die man in der Deutschschweiz kaum kennt: Belfort. Wenn man vom Bahnhof aus zuerst links geht, gelangt man durch eine Einkaufsstrasse in Richtung Altstadt. Dort findet man am gepflegten Stadtplatz zahlreiche einheimische Restaurants für die Mittagspause. Hinter der Altstadt befindet sich eine Festung, zu der man hochsteigen kann. Auf halber Höhe liegt ein gigantisches steinernes Löwendenkmal.

Ein alternativer Reiseweg mit der Bahn geht über Basel und Mulhouse (umsteigen). Kombinierbar auch mit Besançon.

Disneyland (Marne-la-Vallée)

Als Disney-Fan muss man das Disneyland gesehen haben! Die gewaltige Showanlage mit unzähligen bekannten und auch ein paar überraschenden Disney-Szenen fasziniert gross und klein. Für Familien, die eine Kompromisslösung zwischen Animation und Ruhe brauchen, gibt es neuerdings einen (künstlich angelegten) Naturpark in unmittelbarer Nähe, in dem man auch übernachten kann.

Das Disneyland Marne-la-Vallée hat einen eigenen Bahnhof direkt vor dem Eingang. Den Besuch des Disneyland kann man natürlich mit Sightseeing in Paris verbinden. Alternativ dazu kann man auch mit dem TGV über Strasbourg reisen und dort übernachten. Die Reise dauert kaum länger.

Strasbourg

Nach ein paar Stunden in Strasbourg beginnt man sich zu fragen, ob man hier wirklich französisch sprechen soll oder eher Schweizerdeutsch. Das Elsässisch klingt jedenfalls mehr nach einem deutschen Dialekt als nach Französisch und man kann sich gut auf Deutsch verständigen. Zumindest mit den gebürtigen Elsässern. Kein Wunder, geübte Schwimmer können das benachbarte deutsche Kehl schwimmend erreichen (es gibt auch Brücken und ein Tram nach Kehl). Doch zuerst nach Strasbourg: In der weitläufigen Innenstadt mit bewegter Geschichte und unterschiedlich gewachsenen Altstadtteilen kann man sich ein Wochenende oder länger verweilen mit Kultur, Einkaufen, Essen und Trinken, Sightseeing zu Fuss oder mit dem Schiff auf den Stadtkanälen. Züge fahren ab Basel fast im Stundentakt.

Nancy

Bei uns nicht so bekannt, aber eine touristisch interessante, wirklich tolle Stadt für Alte, Junge, Singles, Familien. Neben einem alten Stadtkern liegen prunkvolle Anlagen wie der grosse Stadtplatz mit goldverzierten Brunnen. Durch Alleen gelangt man weiter zu einem grossen und vielseitigen Stadtpark.

Lure

Original-französische Kleinstadt, wenn man einmal eine solche sehen möchte. Liegt von Biel aus gesehen Richtung Paris gleich hinter dem Jura. Das Highlight für Durchreisende (die es mögen) ist die Couscousserie!

Bergues

Nettes Städtchen bei der belgischen Grenze etwa auf Höhe Calais, Drehort von «Bienvenue chez les Ch’tis».

Melun

Nicht die klassische Touristenstadt, aber ein Tipp für Paris-Besucher, die abends der Grossstadt entfliehen möchten.

Auch empfehlenswert: Paris, Chamonix, Annecy, Dole

Österreich

Neusiedler See

Badeferien in Österreich? Geht prima am Neusiedler See, ganz im Osten des Landes. Der ziemlich grosse See ist überhaupt nicht tief, darum wird das Wasser im Sommer angenehm warm. Dank Balkanklima fühlt sich das Wetter ähnlich an wie etwa in Spanien. Nur das Lebensgefühl ist etwas anders, es wird österreichisch-ungarische Gemütlichkeit gelebt. Guter Wein gedeiht hier auch. Der beste Badeplatz liegt in Podersdorf.

Neben Baden, Sonne tanken und Essen kann man auch Surfen und auf dem rundherum flachen Land Velo fahren. Für Ausflüge empfehle ich Bratislava und Wien, die beiden Hauptstädte sind mit dem öffentlichen Verkehr in weniger als einer Stunde erreichbar.

Zum Neusiedler See gelangt man bequem ab Wien (Bahnhof Neusiedl am See, von dort fahren Linienbusse entlang den Seeufern). Alle genannten Verbindungen fahren im Stundetakt. Zudem gibt es mehrere Verbindungen pro Tag ins nahe Ungarn.

Montafon

Für uns Schweizer ist das Montafon bereits das Österreich, das man sich vorstellt, mit hohen Bergen, breiten Skipisten und gutem Essen. Für manche Österreicher beginnt Österreich jedoch erst beim Arlberg, aber das ist eine andere Geschichte.

In Vorarlberg ist Skifahren nicht unbedingt billiger als in der Schweiz. Aber wer gute Qualität zu guten Preisen sucht, ist hier richtig.

Im Sommer kann man gar über den Pass ins Tirol (eben «nach Österreich») wandern. Oder Richtung Schweiz nach Klosters.

Auch empfehlenswert: Wien, Graz, Salzburg

Italien

Alle grossen Städte sind mit der Bahn sehr gut erreichbar. Aber auch der Gardasee, die Toscana und die gesamte Adriaküste sind gut erschlossen. Es gibt auch ein dichtes Busnetz, aber keinen Taktfahrplan. Daher lohnt sich eine gute Recherche vor der Reise. Bustickets kann man nur vor Ort kaufen, beim Chauffeur oder am Kiosk.

Stresa

Italien zum Schnuppern. Stresa ist eine richtige, sehr typische italienische Kleinstadt mit schmalen Gassen, Kaffeebars, Pizzerien, italienischem Flair. Es ist nicht Napoli, aber es ist alles da, was Italien ausmacht. Stresa liegt aber nicht am Mittelmeer, sondern nur wenige Kilometer hinter der Grenze am Lago Maggiore. Da kann man auch einfach mal schnell übers Wochenende hinfahren.

Südtirol

Ich war persönlich erst einmal kurz in der Gegend, habe aber schon viele Reisen ins ganze Südtirol verkauft und nur positive Rückmeldungen erhalten. Mit der Bahn muss man um die Alpen herum, entweder über Innsbruck oder über Verona. Die etwas lange Reise lohne sich aber unbedingt. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut und das Ticket teilweise in der Gästekarte enthalten.

Auch empfehlenswert: Milano, Verona, Venezia, Genova

Kroatien und Slowenien

Zagreb, Ljubljana und Bled sind bequem mit dem Nachtzug ab Zürich erreichbar. Im Liegewagen gibt es eine günstige Familienpauschale fürs ganze Abteil. Die Reise mit dem Nachtzug wie auch die Balkanstädte sind familientauglich und kinderfreundlich.

 

In Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens, fielen mir als Tourist die vielen belebten Wiesen und Parks in der Stadt auf. Die Innenstadt ist gut erhalten und gepflegt. Es gibt unzählige Restaurants mit guten Preisen. Die Stadt ist überschaubar und kann gut zu Fuss besichtigt werden. Für müde Stadtwanderer oder einen Ausflug zum Hausberg (Slemje) ist ein gutes Stadtverkehrsnetz mit Tram und Bus vorhanden.

 

Mögliche Weiterreise: Ab Zagreb erreicht man mit dem Zug drei sehenswerte Städte in Dalmatien: die zweitgrösste kroatische Stadt Split mit UNESCO-prämierter Altstadt und (mit Umsteigen) die zwei typisch adriatischen Altstädte Sibenik und Zadar.

 

Die nur wenige Stunden von Zagreb entfernt gelegene slowenische Hauptstadt Ljubljana ist ebenfalls einen Besuch wert. Ljubljana hat eine grosse Altstadt, über der eine Stolze Burg thront. Diese kann man kostenlos besichtigen, muss dafür aber zuerst etwa eine Viertelstunde aufwärts gehen, um zur Burg zu gelangen. Die Burganlage wie auch die Aussicht entschädigt einen dafür.

 

Mögliche Weiterreise: Zwischen Ljubljana und dem österreichischen Graz liegt Maribor, die wohl interessanteste Mischung aus Balkan und Alpen.

 

Ähnlich, aber beschaulicher ist Bled, das von Ljubljana aus eine knappe Stunde Richtung Nordwesten (Villach) liegt. Hier trifft jugoslawische Architektur auf Alpenfeeling. Der Südrand der Alpen ist so ganz anders als die vertraute nördliche Seite – und doch irgendwie gleich. Im schmucken See spiegeln sich die Berge und inmitten dieses Sees (und nicht etwa im adriatischen Meer!) liegt Sloweniens einzige Insel. Der Ort Bled am See liegt wenige Kilometer vom Bahnhof Lesce-Bled entfernt, es gibt Taxis zu vernünftigen Preisen. 

Belgien

Antwerpen

Eine der grössten Städte Belgiens, nur eine halbe Stunde von Brüssel entfernt. Kann das funktionieren? In Belgien: Ja. Denn Belgien ist noch dichter besiedelt als die Schweiz. Dichtestress spürt man trotzdem nicht, die Belgier scheint nichts so schnell aus der Ruhe zu bringen.

Auch Antwerpen selbst erscheint dem neugierigen, aber planlosen Touristen wie zahlreiche zusammengewachsene einzelne Städte. Wenn man sich zu Fuss oder mit dem Tram vom eigentlichen Stadtzentrum an der Schelde wegbewegt, findet man immer wieder Stadtplätze, die wie Zentren einer Kleinstadt aussehen. Eine solche schier endlose Ansammlung von Städten bietet natürlich einiges, und zwar für jeden Geschmack: Abwechslungsreiche Architektur, vielseitige Gastronomie vom 300-Bier-Lokal übers belgische Spezialitätenlokal bis zum Vegan-Tempel, Park, Zoo, Museen... Die Schelde eignet sich leider nicht zum Baden, aber eine Bootstour entlang dem städtischen Flussufer kann ich empfehlen.

Mit der Bahn gelangt man im Moment am besten über Köln und Brüssel nach Antwerpen.

Niederlande

In die Niederlande fahren zahlreiche Tageszüge über Deutschland. Einen Nachtzug gibt es leider nicht mehr.

Im Land kann man sich problemlos mit dem öffentlichen Verkehr bewegen. Das Netz ist genauso gut wie in der Schweiz, Züge oder zumindest Busse fahren regelmässig in jede Ecke. Um die Niederlande zu erkunden, empfehle ich, sich an einem beliebigen Ort niederzulassen und jeden Tag Ausflüge zu unternehmen.

Amsterdam

Eine ausgesprochen spannende Stadt. Die gut erhaltene Altstadt mit ihren berühmten Grachten strahlt eine einzigartige Stimmung aus. Amsterdam ist empfehlenswert zum Partymachen und für alle, die Amsterdam im Besonderen sehen wollen. Dann lohnt es sich, in der Stadt ein Hotel zu nehmen.

Wer den Schwerpunkt nicht auf Amsterdam legt, sondern einfach die Niederlande anschauen möchte, sollte den Fixpunkt auf eine andere Region legen. Jedoch Amsterdam unbedingt auf einem Tagesausflug besuchen!

Zandvoort aan Zee

Es kann sein, dass man in den Niederlanden eine Woche lang nur Regen und Wind erlebt. Auch im Sommer. Es kann aber genauso gut sein, dass man eine Woche lang nur Sonnenschein bekommt. Im zweiten Fall lohnen sich Ferien im Badeort (!) Zandvoort aan Zee. Der nette Ort liegt an einem langen Sandstrand. Vor allem inländische Touristen baden hier in der Nordsee. Bei schlechtem Wetter bieten sich gemütliche Cafés an oder ein Ausflug ins Landesinnere.

Almere/Lelystad

Almere hat keine Altstadt, denn Almere ist praktisch brandneu! Das Umland wurde mit Deichen abgeriegelt und das Meerwasser abgepumpt. Erst ab 1975 baute man darauf neuen Wohnraum. Das Zentrum ist überdacht und die Quartiere bestehen teilweise aus lauter identischen Häusern. Inzwischen leben über 200’000 Menschen hier.

Einige Kilometer weiter liegt Lelystad, ist nur wenige Jahre älter als Almere und kleiner. Hier gibt es ein Museum über die Entstehung dieses Landes unter dem Meeresspiegel.

Auch empfehlenswert: Arnhem, Haarlem, s’Hertogenbosch, Harderwijk, Hoorn

Tschechien

In der Tschechischen Republik ist ein recht dichtes Bahnnetz vorhanden und es verkehren zahlreiche Züge den ganzen Tag über. In allen Städten gibt es gut ausgebauten öffentlichen Verkehr. Auch auf dem Land findet man fast überall Bushaltestellen. Innerhalb des Landes kann man also gut herumreisen, auch spontan.

Etwas schwieriger ist derzeit der Transit zwischen der Schweiz und Tschechien. Direkt verkehrt nur ein Schlaf- und ein Liegewagen zwischen Zürich und Prag. Das ist bequem (wenn man Nachtzüge mag), dauert aber trotz der relativen Nähe gleich lang wie nach Zagreb. Wer gerne herumreist, fährt am besten über Deutschland und legt unterwegs einen Halt ein, zum Beispiel in München, Regensburg oder Nürnberg.

Am schönsten finde ich Tschechien im Frühling, wenn das winterliche Grau von einem saftigen Grün erobert wird.

Prag

Die goldene Stadt ist immer einen Besuch wert. Die Sehenswürdigkeiten sind weltbekannt und die Stimmung in den alten Gassen ist trotz sehr, sehr intensiver touristischer Auslastung immer noch speziell. Wer zu vernünftigen Preisen gut essen und trinken möchte, sollte den Weg in eine Gasse abseits der Touristenströme wagen. Übernachten in der Innenstadt ist in Prag teuer, am originellsten ist es auf einem fest vertäuten Hotelschiff auf der Moldau. Dank guter Verkehrsverbindungen kann man sich auch ausserhalb des Zentrums eine günstigere Unterkunft suchen. Für die Verkehrsbetriebe gibt es relativ günstige Tageskarten an Automaten und Kiosken.

Wer nach dem klassischen Stadtrundgang und einer Bootsfahrt auf der Moldau noch etwas anderes sucht, findet auf dem Petřín einen Eiffelturm im Kleinformat, den man zu Fuss besteigen kann, mit guter Aussicht über die Stadt. Oder man besucht das grosse Einkaufszentrum am Metro-Endbahnhof Zličín.

Brno (Brünn), České Budějovice, (Budweis), Plzeň (Pilsen)

Brünn und Budweis bieten sich an, wenn man nach Prag gerne noch eine andere grössere Stadt sehen möchte. Brünn wirkt, geschichtlich bedingt, eher österreichisch angehaucht; Budweis hat einen klassisch tschechischen Stadtkern, der um den grossen zentralen Platz herum erbaut wurde. Pilsen ist touristisch nicht so ergiebig, jedenfalls war ich nicht sonderlich erfolgreich. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.

Klatovy

Die Kleinstadt mit gepflegter, alter Innenstadt liegt in weiter, hügeliger Landschaft beim Šumava-Nationalpark (Böhmerwald) im Westen der Republik. Auch das Umland mit seinen Wäldern und Seen ist einen Besuch wert.

Teplice

Teplice ist für mich die durchschnittliche tschechische Stadt und ist unter diesem Aspekt einen Zwischenhalt wert. Hotels gibt es nur wenige, dafür einheimische Restaurants, Bars und ein Kino. Für einen realen Einblick in den tschechischen Alltag.

Chomutov

Eine Kleinstadt im Kohlegebiet im Nordwesten des Landes. Von ausserhalb wirkt es wenig einladend, aber ein winziger, klassischer Altstadtkern ist noch erhalten und bildet einen interessanten Kontrast zur Umgebung.

Sněžka und Pec pod Sněžkou

Die Sněžka (Schneekoppe) ist der höchste Berg der Tschechischen Republik und ist etwa mit dem Chasseral vergleichbar. Vom Dorf Pec pod Sněžkou führt ein guter Wanderweg und eine Seilbahn hinauf. Der Gipfel bildet die Grenze zu Polen (auch dort hinunter gibt es natürlich Wanderwege). In Pec pod Sněžkou findet man Hotels, Restaurants und einen Laden. Und ein kleines Skigebiet! Pec ist mit Bahn (Bahnhof Svoboda nad Úpou) und Bus erreichbar.

Ještěd (bei Liberec)

Noch ein tschechischer Berg: Auf dem Ještěd oberhalb der Stadt Liberec steht ein futuristischer Fernsehturm mit Hotel. Beziehungsweise ein Fernsehturm, den man in den sechziger Jahren für futuristisch hielt. Ein Besuch lohnt sich aber schon wegen der Rundumsicht. Und witzig ist es allemal, auf einem Berggipfel nicht im Berggasthaus, sondern in einem Designer-Industriebau zu schlafen.

Zum Ještěd gelangt man von Liberec aus, zuerst mit dem Tram Nummer 3 und anschliessend mit einer Seilbahn.

Ungarn

Tisza-See

Ein Geheimtipp als Alternative zum Balaton ist der Tisza-See. Die Tisza ist eigentlich ein Fluss, welcher der Donau zufliesst. Im Osten Ungarns verteilt sich das Flusswasser auf dem flachen Land und wird so auf einigen Kilometern zu einem seichten See, der im Sommer schön lauwarm wird. Touristische Infrastruktur ist vorhanden, allerdings nicht aus Balaton-Niveau (und allerdings auch sehr preiswert!). Bahnhof Tiszafüred.

Russland

St. Petersburg

Die Stadt St. Petersburg mit ihrer reichen Geschichte und Kultur werde ich nicht weiter beschreiben, dafür reicht der Platz nicht. Aber ein paar Worte zum Drumherum: Man kann mit der Bahn nach St. Petersburg fahren. Das dauert seine Zeit, ist aber kurzweilig, beziehungsweise erlebnisreich. Je nach Jahreszeit ab Berlin oder Warschau fahren Züge mit Schlafwagen nach St. Petersburg. An der polnisch-weissrussischen Grenze werden die Wagen mitsamt Passagieren in eine Werkstatthalle gefahren und angehoben, um die Drehgestelle auszuwechseln, denn die russischen Bahnen haben breitere Gleise. Der weissrussische Speisewagen und der Kohleofen im Schlafwagen verströmen einen Hauch von transsibirischer Eisenbahn. Im Winter ist die Stimmung besonders authentisch; dafür kann es aber passieren, dass die Fensterscheiben zufrieren und die Aussicht mehr oder weniger wegfällt. Zudem sollte man genügend Proviant einpacken, den man mag. Wer offen ist und gern unbekannte Speisen probiert, kann bei jedem Halt des Zugs auf dem Perron etwas zu essen kaufen. Perron ist übrigens ein russisches Wort.

In Petersburg kann man (wenn man das mag) ins lokale Leben eintauchen, indem man eine Privatunterkunft bucht. Und einmal mit dem Tram in ein Aussenquartier reist um zu essen.

Mögliche Weiterreise: Von St. Petersburg fahren (wenige) direkte Züge nach Helsinki. Diesmal werden die Bahnwagen an der Grenze nicht umgebaut, da die Gleise in Finnland den russischen entsprechen.